Pfingstchronik

Eine kleine Pfingstchronik

 

Ein Freudenfest war Pfingsten schon immer: Im 4. Jahrhundert nach Christus wurde es zum ersten Mal erwähnt, es erinnerte an die Ausgiessung des Heiligen Geistes über die Jünger Jesu. Das soll 50 Tage nach Ostern passiert sein. Von dieser Zahl 50 stammt auch der Name Pfingsten. Er ist abgeleitet vom griechischen „Pentenkosten“, zu deutsch fünfzig.

Gefeiert wird bis heute fast überall auf der Erde- freilich mit sehr unterschiedlichen Bräuchen. So rauben die Jungs im Sauerland den Mädchen die Schuhe. Zurück gibt es sie nur für einen Kuss. Langschläfer werden mit einem unbequemen Vierkantbalken durchs Dorf getragen. Das dauert so lange, bis der Deliquent eine Lokalrunde spendiert.

In der französischen Provence werden von Hausfrauen und Hausmännern Wettkämpfe ausgetragen. Ziel ist es, den größten Kuchen zu backen, das Ergebnis sind häufig wahre Kuchen Ungetüme. Auch in Rom, Rio de Janeiro oder der westindischen Insel St. Thomas wird Pfingsten mit zahllosen Blüten gefeiert. Auf St. Thomas gilt es sogar als das wichtigste Fest des Jahres- es ist Karneval.

Und wie war das mit dem Pfingstochsen? Er war eigentlich ein Tieropfer am Hochzeitstag von Göttervater Wotan und der göttlichen Freya. Den beiden wurde in jedem Dorf feierlich der prächtigste Ochse geopfert! Dazu gehört auch der Umzug mit dem Pfingstochsen, und der hat sich in manchen Teilen Deutschlands lange erhalten.

In Neukirchen gibt es das Babiller Pfingstfest, ein wichtiges Fest in der Region. Schon 1921 wurde im Klaushof visitiert und danach gefeiert. Heute noch feiert man auf ähnliche Art die Babiller Pfingstkirmes wie damals. Am Samstag geht es mit einem bunten Abend los, wird am Sonntag mit einem Festzug zum Höhepunkt und endet am Pfingst- Dienstag mit einer Abschlussfeier. Am Mittwoch wird in alter Tradition die Kirmes mit Heringen und Brötchen begraben.